Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 30, 2018

Öko ist Frauensache oder wieso Umweltschutz männlicher werden muss?


Wir müssen gemeinsam unsere Umwelt schützen, um unseren Kindern und Kindeskindern das Leben auf diesem schönen Planeten auch weiterhin zu ermöglichen.

Dazu kann Jeder seinen Beitrag leisten – ok, wenn man fair ist, fällt es dem Ein oder Anderen etwas schwerer, wie ihr im Folgenden erfahren werdet.

Dazu zunächst ein Fakt vorweg: Sowohl Männer als auch Frauen beurteilen eine Person, die sich umweltfreundlich verhält, als weiblicher.

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Habt ihr sie schon gesehen – die Männer mit den wiederverwendbaren Stoff-Einkaufstüten? Entweder auf der Tüte direkt oder auf der Stirn der Männer stand geschrieben: „Ich benutze diese Tasche, weil sich meine Frau um die Umwelt kümmert.“

Natürlich ist das jetzt pauschalisiert und sehr überspitzt dargestellt (ich darf das, ich bin selbst ein Mann). Aber worum es mir tatsächlich geht: Männer kümmern sich nicht darum, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen.

Mit ein bisschen Druck der Frau ist es allerdings dennoch möglich sie dazu zu zwingen.

Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen (ich bessere mich), werde aber gleichermaßen durch unzählige Studien über umweltfreundliches Verhalten in meiner These bestätigt: Ich war kein Einzelfall.

Kurz gesagt, die Forschung bestätigt, dass Frauen mehr recyceln, eher Umweltregeln unterstützen, mehr über die wissenschaftlichen Aspekte des Klimawandels wissen und eher Bedenken über ihre Auswirkungen äußern.

Bei all dem scheinen Männer sich weniger Sorgen zu machen als Frauen, wenn es um überflüssige Verpackungen, CO2-Emissionen, Reduktion von Plastikprodukten oder Nachhaltigkeit im Allgemeinen geht.

Eine im Journal of Consumer Research veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2016 zeigte nicht nur diese geschlechtsspezifischen Unterschiede im Umweltverhalten sondern versuchte auch, das Warum zu klären.

Die Studie kann, wie folgt beschrieben werden:
– Einer Gruppe von Männern bekam Gutscheinkarten mit einem Blumenmuster und einem Zettel auf dem Stand „Wir dachten, diese Karte sei perfekt für Sie“
– Eine andere Gruppe Männer bekamen eine geschlechtsneutrale Gutscheinkarte.
Im Anschluss daran wurden die Probanden gefragt, welche Produkte sie mit der Gutscheinkarte kaufen würden.

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig. Die Probanden, die die Blumen-Karte und dem Zettel bekamen, entschieden sich weniger häufig für umweltfreundliche Produkte in Kategorien, wie z.B. Lampen, Batterien, Rucksäcken usw.

Einer der Autoren der Studie, Dr. Brough, fasste es so zusammen: Es war, als könnte ein Mann entweder die Gutscheinkarte mit Blumen oder ein wiederaufladbare Batterien „ertragen“ – aber nicht Beides.

Laut Dr. Brough’s Theorie rühren diese Ergebnisse daher, dass wir umweltfreundliches Verhalten als weiblich wahrnehmen. Er sagt: „Sowohl Männer als auch Frauen beurteilen eine Person, die sich umweltfreundlich verhält als weiblicher – sogar sich selbst. Sie erinnern sich daran, grüne Aktionen durchgeführt zu haben. „
Im Ergebnis bedeutet das, dass Männer unbewusst weniger umweltfreundliche Maßnahmen durchführen, um ihre Männlichkeit zu schützen.
Dieser kleine psychologische Effekt hat weitreichende Folgen: Wir erleben aktuell eine Phase in der Umweltkatastrophen zum täglichen Medienbericht gehören und die Schwere und Häufigkeit der Katastrophen auch immer größere Ausmaße annimmt. Wir nähern uns dem „Point of no return“ und sollten schleunigst daran arbeiten

Natürlich heißt das nicht, dass Männer gar nicht in der Lage sind umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen. In einem weiteren Experiment wurden Männer aufgrund einer Schreibprobe bzgl. ihrer Männlichkeit eingeschätzt. Die Probanden deren Schreibprobe als „männlich“ eingeschätzt wurde, entschieden sich häufiger für die umweltfreundliche Option, egal ob Blume-Gutscheinkarte oder nicht.

Aber nicht nur die Männlichkeit scheint bei diesem Thema eine Rolle zu spielen.
Eine andere Studie, die bereits 2011 veröffentlicht wurde, schreibt den Unterschied im Umweltbewusstsein neben dem Geschlecht auch der Empathie bzw. dem Fehlen dieser zu.
Die Studie zeigte, dass Männer, die einfühlsamer waren, eher Rücksicht auf die Umwelt nahmen während Frauen, denen es an Empathie mangelte,weniger rücksichtsvoll waren. Aus diesen Ergebnissen ergab sich folgende These, die in weiteren Studien bestätigt werden konnte: Frauen sind in der Mehrheit empathischer als Männer Dieser Ausdruck altruistischer Fürsorge und Kooperation kommt bei Frauen auch zugunsten des Ökosystems zum Ausdruck, während Männer größeres Interesse am Wettbewerb für Ressourcen bekundeten.
Die Männer, die ebenso einfühlsam und empathisch waren, zeigten ebenso viel Sorge für die Umwelt, wie die weiblichen Probanden.

Es ist eines, wo Männer bessere Entscheidungen treffen können (und tun), solange es sie nicht zu feminin erscheinen lässt – ein Merkmal, das wir als Gesellschaft aktiv von Männern abhalten und oft für ihre Darstellung bestrafen.

Es ist eine, in der Männer konsequent in ihrer Fähigkeit, umweltfreundliche Entscheidungen zu treffen, entweder wegen unserer weiß-knöchelhaften Anhaftung an starre Geschlechterrollen – oder unserer historischen Zurückhaltung, unsere Söhne zu lehren, sich um andere auf die gleiche Weise zu kümmern, wie wir unsere Töchter unterrichten.
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Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 27, 2017

Farben im Gehirn oder wie Gegenstände größer wirken?


Wir tragen schwarz, um schlanker zu wirken oder verwenden helle Farben, um Räume größer wirken zu lassen. Oder empfinden den Geschmack von Äpfeln saurer, wenn sie grün wirken.

Das sind Alles wohlbekannte Fakten über den Einfluss von Farbe auf unsere Wahrnehmung.

Aber auch hier gibt es immer wieder etwas Neues zu lernen. In diesem Fall können die Erkenntnisse sogar direkt in der Praxis angewandt werden.

Neue Forschungen des Boston College zeigen, dass die Farbsättigung -also wie rein eine Farbe ist- beeinflusst, wie wir die Größe von Objekten wahrmehmen. Je satter die Farben simd, desto größer wirken Dinge auf uns, mit entsprechenden Auswirkungen auf Marketing und Design.

Darüber hinaus geben die Erkenntnisse Aufschluss darüber, was wir noch Alles über den Einfluss von Farben auf unser Denken lernen sollten.

Die Hintergründe der Studie sind einfach: Henrik Hagtvedt, Prof. für Marketing am Boston College war in seinem vorherigen Leben Künstler und wollte die unterschiedlichen Phänomene, die unsere Wahrnehmung bereithält auch wissenschaftlich untersuchen.

In diesem Zuge untersuchten Hagtvedt und sein Co-Author Adam Brasel in einigen Experimenten, wie die Farbsättigung unsere Wahrnehmung verfälscht.

Die Experimente (3 von 6):

– Eine Gruppe von Probanden musste die Größe von Laptops schätzen, die schwächer und stärker in der Farbe gesättigt waren. Der gesättigtere Laptop wurde als größer wahrgenommen.

– Eine Gruppe musste Koffer einschätzen. Dabei schätzte die Gruppe, die an größeren Koffern interessiert war, auch die gesättigten Koffer als die Größeren ein.

– Eine weitere Gruppe durfte Tassen mit Jelly Beans füllen (so viel sie wollten). Die Probanden, die farblich gesättigtere Tassen hatte, füllten auch mehr Inhalt ein.

Insgesamt wurden 6 Experimente durchgeführt, die Alle die Theorie bestätigten, dass pure/gesättigte Farben einen Gegenstand größer erscheinen lassen.

Eine mögliche Erklärung fasst Hagtvedt so zusammen: „Was wir in unseren Studien herausfinden konnten, ist, dass uns gesättigte Farben anregen. Es wird ein gewisses Maß der Aufregung geweckt. Dieser Effekt erregt unsere Aufmerksamkeit.

Und wie schon vorherige Studien zeigen konnten gibt es einen Zusammenhang zwischen der wahrgenommenen Größe von Gegenständen und dem Erregen von Aufmerksamkeit.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Anzahl der Studien zu diesem Thema sehr begrenzt ist. Die Anzahl an durchgeführten Experimenten gibt der vorliegenden Studie allerdings größeres Gewicht, sodass ich aktuell keine gegenteilige Position einnehmen kann.

Was bedeuten aber die Erkenntnisse im Umkehrschluss für uns als Konsumenten und für Marketers?

Farben sind also bei Weitem kein reines Designspielzeug, sondern können erheblichen Einfluss auf die gesamte Wirkung des Produkts haben. Marketer sollten in Zukunft sich auch stärker mit dem Thema Farbe auseinander setzen.

Als Endkunden können wir die Wirkung gezielt beim Produktkauf oder auch bei unserer Kleidung nutzen, je nachdem ob wir größer oder kleiner wirken wollen.

Und jetzt viel Spaß beim Anziehen die nächsten Tage ;-).

Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 17, 2017

Wenig Zeit als Statussymbol oder wieso wir immer beschäftigt sein wollen?


„Sorry, ist grad ganz schwierig“, „oh, mein Kalender ist grad total voll“…

… das oder Ähnliches werdet ihr sicher schon öfter im geschäftlichen Alltag gehört haben.

Durch den konstanten Zugang zu E-Mails und das Aufkommen der Smartphones ist es als ob wir das Büro nie verlassen würden, selbst wenn wir Zuhause sind.

Über die Hälfte aller Amerikaner sagt, dass sie nicht genug Freizeit haben und häufig Stress erleben. (Gallup)

Anmerkung: Es gibt genug Menschen in der Arbeitswelt, die tatsächlich unter dem hohen Druck und Stress leiden. Für all diejenigen gibt es Einrichtungen in denen geholfen werden kann.

Für all diejenigen, die Wert auf ihren sozialen Status legen, mag sich der Stress auszahlen.

Eine Studie, die 2016 im Journal of Consumer Research veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Menschen, die sehr beschäftigt sind oder beschäftigt erscheinen, von anderen sehr hoch angesehen werden. re highly regarded by others.

Neeru Paharia, einer der Autoren der Studie, sagt, dass beschäftigte Personen diese Wahrnehmung erzeugen, indem sie sich zu einer limitierten Ressource machen.

Paharia bringt es wie folgt auf den Punkt: „Für Selbständige ist es intuitiv klar, dass du so gefragt bist und wenig Zeit hast, weil du so gut bist.“

Das war allerdings nicht immer so. In der Vergangenheit, so der Wirtschaftswissenschaftler Thorstein Veblen, waren die wichtigsten Menschen in der sogenannten „Freizeit-Klasse“.

Diese „Klasse“ bestand aus wohlhabenden Menschen, die sowohl Zeit als auch Geld verschwenden konnten.

Eine der Fragen der Studie von Paharia war, ob wir dieses Verhalten nachwievor schätzen.

Das Ergebnis war eindeutig: Nein.

Heutzutage schätzen wir vor allem die Menschen, die immer beschäftigt sind. Dabei zeigte sich sogar, dass uns die wirtschaftliche Situation der viel Beschäftigten egal ist.

Wir bewundern vor allem die Ambition und die angenommene höhere Kompetenz der Menschen und nicht deren wirtschaftliche Situation.

In einem Experiment mussten sich Probanden für eine Supermarkt-Kette entscheiden. Den Probanden wurden drei Supermärkte zur Wahl gestellt:

– Peapod – mittleres Preissegment, spart Zeit beim Einkauf

– Trader Joe’s – günstig

– Whole Foods – teurer

Im Anschluss durften Außenstehende den Status der Einkaufenden bewerten. Obwohl Peapod günstiger ist, wurde den Menschen, die sich für Peapod entschieden der gleiche Status zugeordnet, wie den Probanden, die sich für Whole Foods entschieden.

Grund hierfür ist, dass Peapod mit „Zeit sparen“ assoziiert wird.

Dadurch entsteht der Eindruck, dass wir zu beschäftigt und wichtig sind, um länger einkaufen zu gehen.

Was aber bedeutet das für Unternehmen oder uns als Menschen.

1.) Wenn ihr wichtig erscheinen wollt, erzeugt den Eindruck, dass ihr schlecht zu erreichen und super beschäftigt seid.

2.) Wenn ihr ein Unternehmen habt, das im Premium-Bereich unterwegs ist, bietet Produkte an, die Zeit sparen oder zumindest den Eindruck erwecken.


Essen bestellen, egal ob in der Mittagspause, zum Frühstück oder als Snack zwischendurch gehört zum täglichen Leben vieler Menschen.

Aber habt ihr schon mal darauf geachtet, wieviele Menschen dabei um euch herum sind?

Meine Vermutung: nein.

Wenn ihr aber auf euren Hüftumfang bzw. euer Gewicht achtet, wollt ihr das in Zukunft vielleicht doch tun.

Neue Studien der George Mason University legen nahe, dass die Größe der Grippe in der Nähe, Einfluss hat auf die Anzahl an Kalorien, die wir zu uns nehmen.

Warum mich das interessiert?

Ganz einfach, ich glaube an die Macht von einfachen und unbewussten äußeren Einflüssen auf Entscheidungen unseres täglichen Lebens. Dass wir es hier mit etwas Ähnlichem zu tun haben, werdet ihr im Laufe des Artikels sehen.

Außerdem muss es doch einfachere Möglichkeiten zum Abnehmen geben, als die 157. Low-Carb, Low-Fat oder sonstige Diät.

Um die Hypothese zu untersuchen wurden unterschiedliche Experimente in verschiedenen Gastro-Locations durchgeführt.

Dabei zeigte sich, dass der Zusammenhang zwischen Kalorienzufuhr und menschlichem Gedränge tatsächlich existiert.

Die Gründe für diesen Effekt fassen die Forscher, wie folgt zusammen.

Das Gedränge und die vielen Menschen lenken uns ab. Diese Ablenkung stört unser kognitives Denken und stärkt unsere emotionale Verarbeitung.

Einfach gesagt, in großem Gedränge entscheiden wir emotional und nach unseren Gefühlen statt rational und auf Basis von Analysen.

Interessanterweise essen wir nicht nur mehr, sondern entscheiden uns – wenn wir die Wahl haben – in solchen Situationen auch für das mit der größeren Anzahl an Kalorien.

Heißt, wenn wir nicht darüber nachdenken, tendieren wir tendenziell dazu mehr zu essen.

Aber was bedeuten diese Erkenntnisse jetzt für uns als Konsumenten und für uns als Market er.

Als Konsumenten sollten wir darauf achten, dass wir uns, auch wenn es voll ist, nicht von der Umgebung ablenken lassen – zumindest nicht, wenn wir vor haben abzunehmen.

Aus Sicht des Marketing heißt es, es ist möglich den Konsum zu beeinflussen. Dazu reicht es aus den verfügbaren Platz zu begrenzen.

Selbst wenn die Location nicht voll ist, lässt sich dieses Gefühl künstlich erzeugen, in dem die Kunden nah nebeneinander platziert werden.

Wenn ihr also abnehmen wollt, geht zu Zeiten essen, in denen es leer ist 😉 oder lasst euch einfach nicht ablenken.

In diesem Sinne, guten Appetit.

p.s. Wenn Jemand aus Politik mitliest, vielleicht denken wir in Zukunft über spezielle Plätze und Straßen mit großem Platzangebot nach, um das Problem einer dicker werdenden Gesellschaft auch an dieser Stelle zu bekämpfen.

Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 12, 2017

Dominanz durch Produkte oder wie ich alten Schulfeinden eins auswischen kann


Produkte, wie Autos oder Uhren werden häufig als nobel, zuverlässig oder vornehm vermarktet. Wenn man einer aktuellen Studie der Universität von Toronto glauben mag, könnte es unter den Kunden auch das unbewusste Bedürfnis geben Dominanz zu vermitteln.

Pankaj Aggarwal, mitverantwortlich für die Studie bringt es wie folgt auf den Punkt:

„Wenn diese Produkte in Situationen genutzt werden, in denen wir mit einer anderen Person konkurrieren, könnte unser Ziel sein dominant zu erscheinen.“

Aus unterschiedlichen Gründen sind wir gegenüber dominant aussehenden Gesichtern, die tendenziell breiter sind, eher abgeneigt. Und tatsächlich ist ein Gesicht mit einem größeren Breite:Länge-Verhältnis ein evolutionäres Zeichen für Dominanz.

Unter Voraussetzung eines evolutionären Effekts (genannt Anthropomorphismus), in dem wir menschliche Züge auch nicht-menschlichen Dingen zuordnen, wollten die Forscher prüfen, ob wir diese dominanten Zeichen auch aus Produkten lesen.

Dabei wurde klar, dass sich die Aversion gegenüber Dominanz (bei menschlichen Gesichtern) in bestimmten Situationen auch ins Gegenteil umschlagen kann. Während wir nicht mit Menschen interagieren wollen, die dominante Gesichter haben, bevorzugen wir es bei bestimmten Produkten, wenn unser Ziel ist Dominanz zu zeigen.

In fünf verschiedenen Experimenten mussten Probanden sich verschiedene Fotos von menschlichen Gesichtern ansehen, die sich in der Breite der Gesichtsform unterschieden. Im Anschluss daran sahen sie Fotos von Produkten, die in ihrem Design menschlichen Gesichtern ähneln (wie z.B. Uhren oder Autos).

Die Forscher bewerteten anschließend die Produktpräferenz in zwei Situationen:

  1. Vorbereitung auf eine Geschäftsverhandlung
  2. Wiedersehen eines ehemaligen „Tyrannen“aus der Schulzeit

Dabei fanden sie heraus, dass die Probanden in beiden Situationen das dominant-aussehende Produkt“gesicht“ / -design mochten. Vermutlich, so die Forscher weil wir das Produkt als Teil von uns ansehen und glauben dadurch Dominanz demonstrieren zu können.


Auswahl der getesteten Bilder

Der Effekt war am stärksten wenn wir die Produkte in der Öffentlichkeit nutzten und logischerweise auch weniger stark in Situationen in denen Dominanz keine Rolle spielte (z.B. beim Treffen mit Freunden).

Aber was bedeutet das jetzt für uns als Marketer, Produktdesigner oder Geschäftsleute?

Vielleicht sollten Designer stärker hinter die Ästhetik und Funktionalität blicken und betrachten, welche Charakterzüge ein Produkt repräsentiert. Aber nicht nur für Designer ist die Erkenntnis spannend. Denn auch in der Positionierung von Produkten können wir diese Information nutzen. So mag es in manchen Produktbereichen und für bestimme Zielgruppen oder Nutzungskontexte sehr sinnvoll sein Dominanz zu vermitteln, während in anderen Bereichen, wie z.B. Gesundheit das genaue Gegenteil vermittelt werden soll.

Interessanterweise zeigten die Studien auch eine Auswirkung auf die Produktpreise. Beim Blick auf über 500 Automodelle zeigte sich, dass eine Änderung des Breite:Höhe-Verhältnisses von nur 1 % zu einem Preisanstieg von 250 $ führte. Dabei ist vor allem das Verhältnis wichtig. Heißt auch hier kann ein Einfluss auf die Positionierung genommen werden.

Auf jeden Fall sollten sich Marketer von Anfang an darüber Gedanken machen, wie ihre Kunden wahrgenommen werden wollen.

Und wir als Kunden können jetzt bewusst darauf achten und auch mehr Geld ausgeben, weil das Auto eine breitere Front hat – zumindest, wenn wir das Auto vor dem Haus stehen lassen und den bösen Nachbarn ärgern wollen ;-).

In diesem Sinne viel Spaß beim umsetzen und einkaufen.

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