Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 17, 2017

Wenig Zeit als Statussymbol oder wieso wir immer beschäftigt sein wollen?


„Sorry, ist grad ganz schwierig“, „oh, mein Kalender ist grad total voll“…

… das oder Ähnliches werdet ihr sicher schon öfter im geschäftlichen Alltag gehört haben.

Durch den konstanten Zugang zu E-Mails und das Aufkommen der Smartphones ist es als ob wir das Büro nie verlassen würden, selbst wenn wir Zuhause sind.

Über die Hälfte aller Amerikaner sagt, dass sie nicht genug Freizeit haben und häufig Stress erleben. (Gallup)

Anmerkung: Es gibt genug Menschen in der Arbeitswelt, die tatsächlich unter dem hohen Druck und Stress leiden. Für all diejenigen gibt es Einrichtungen in denen geholfen werden kann.

Für all diejenigen, die Wert auf ihren sozialen Status legen, mag sich der Stress auszahlen.

Eine Studie, die 2016 im Journal of Consumer Research veröffentlicht wurde, fand heraus, dass Menschen, die sehr beschäftigt sind oder beschäftigt erscheinen, von anderen sehr hoch angesehen werden. re highly regarded by others.

Neeru Paharia, einer der Autoren der Studie, sagt, dass beschäftigte Personen diese Wahrnehmung erzeugen, indem sie sich zu einer limitierten Ressource machen.

Paharia bringt es wie folgt auf den Punkt: „Für Selbständige ist es intuitiv klar, dass du so gefragt bist und wenig Zeit hast, weil du so gut bist.“

Das war allerdings nicht immer so. In der Vergangenheit, so der Wirtschaftswissenschaftler Thorstein Veblen, waren die wichtigsten Menschen in der sogenannten „Freizeit-Klasse“.

Diese „Klasse“ bestand aus wohlhabenden Menschen, die sowohl Zeit als auch Geld verschwenden konnten.

Eine der Fragen der Studie von Paharia war, ob wir dieses Verhalten nachwievor schätzen.

Das Ergebnis war eindeutig: Nein.

Heutzutage schätzen wir vor allem die Menschen, die immer beschäftigt sind. Dabei zeigte sich sogar, dass uns die wirtschaftliche Situation der viel Beschäftigten egal ist.

Wir bewundern vor allem die Ambition und die angenommene höhere Kompetenz der Menschen und nicht deren wirtschaftliche Situation.

In einem Experiment mussten sich Probanden für eine Supermarkt-Kette entscheiden. Den Probanden wurden drei Supermärkte zur Wahl gestellt:

– Peapod – mittleres Preissegment, spart Zeit beim Einkauf

– Trader Joe’s – günstig

– Whole Foods – teurer

Im Anschluss durften Außenstehende den Status der Einkaufenden bewerten. Obwohl Peapod günstiger ist, wurde den Menschen, die sich für Peapod entschieden der gleiche Status zugeordnet, wie den Probanden, die sich für Whole Foods entschieden.

Grund hierfür ist, dass Peapod mit „Zeit sparen“ assoziiert wird.

Dadurch entsteht der Eindruck, dass wir zu beschäftigt und wichtig sind, um länger einkaufen zu gehen.

Was aber bedeutet das für Unternehmen oder uns als Menschen.

1.) Wenn ihr wichtig erscheinen wollt, erzeugt den Eindruck, dass ihr schlecht zu erreichen und super beschäftigt seid.

2.) Wenn ihr ein Unternehmen habt, das im Premium-Bereich unterwegs ist, bietet Produkte an, die Zeit sparen oder zumindest den Eindruck erwecken.

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Essen bestellen, egal ob in der Mittagspause, zum Frühstück oder als Snack zwischendurch gehört zum täglichen Leben vieler Menschen.

Aber habt ihr schon mal darauf geachtet, wieviele Menschen dabei um euch herum sind?

Meine Vermutung: nein.

Wenn ihr aber auf euren Hüftumfang bzw. euer Gewicht achtet, wollt ihr das in Zukunft vielleicht doch tun.

Neue Studien der George Mason University legen nahe, dass die Größe der Grippe in der Nähe, Einfluss hat auf die Anzahl an Kalorien, die wir zu uns nehmen.

Warum mich das interessiert?

Ganz einfach, ich glaube an die Macht von einfachen und unbewussten äußeren Einflüssen auf Entscheidungen unseres täglichen Lebens. Dass wir es hier mit etwas Ähnlichem zu tun haben, werdet ihr im Laufe des Artikels sehen.

Außerdem muss es doch einfachere Möglichkeiten zum Abnehmen geben, als die 157. Low-Carb, Low-Fat oder sonstige Diät.

Um die Hypothese zu untersuchen wurden unterschiedliche Experimente in verschiedenen Gastro-Locations durchgeführt.

Dabei zeigte sich, dass der Zusammenhang zwischen Kalorienzufuhr und menschlichem Gedränge tatsächlich existiert.

Die Gründe für diesen Effekt fassen die Forscher, wie folgt zusammen.

Das Gedränge und die vielen Menschen lenken uns ab. Diese Ablenkung stört unser kognitives Denken und stärkt unsere emotionale Verarbeitung.

Einfach gesagt, in großem Gedränge entscheiden wir emotional und nach unseren Gefühlen statt rational und auf Basis von Analysen.

Interessanterweise essen wir nicht nur mehr, sondern entscheiden uns – wenn wir die Wahl haben – in solchen Situationen auch für das mit der größeren Anzahl an Kalorien.

Heißt, wenn wir nicht darüber nachdenken, tendieren wir tendenziell dazu mehr zu essen.

Aber was bedeuten diese Erkenntnisse jetzt für uns als Konsumenten und für uns als Market er.

Als Konsumenten sollten wir darauf achten, dass wir uns, auch wenn es voll ist, nicht von der Umgebung ablenken lassen – zumindest nicht, wenn wir vor haben abzunehmen.

Aus Sicht des Marketing heißt es, es ist möglich den Konsum zu beeinflussen. Dazu reicht es aus den verfügbaren Platz zu begrenzen.

Selbst wenn die Location nicht voll ist, lässt sich dieses Gefühl künstlich erzeugen, in dem die Kunden nah nebeneinander platziert werden.

Wenn ihr also abnehmen wollt, geht zu Zeiten essen, in denen es leer ist 😉 oder lasst euch einfach nicht ablenken.

In diesem Sinne, guten Appetit.

p.s. Wenn Jemand aus Politik mitliest, vielleicht denken wir in Zukunft über spezielle Plätze und Straßen mit großem Platzangebot nach, um das Problem einer dicker werdenden Gesellschaft auch an dieser Stelle zu bekämpfen.

Verfasst von: Alexander Grosch | Oktober 12, 2017

Dominanz durch Produkte oder wie ich alten Schulfeinden eins auswischen kann


Produkte, wie Autos oder Uhren werden häufig als nobel, zuverlässig oder vornehm vermarktet. Wenn man einer aktuellen Studie der Universität von Toronto glauben mag, könnte es unter den Kunden auch das unbewusste Bedürfnis geben Dominanz zu vermitteln.

Pankaj Aggarwal, mitverantwortlich für die Studie bringt es wie folgt auf den Punkt:

„Wenn diese Produkte in Situationen genutzt werden, in denen wir mit einer anderen Person konkurrieren, könnte unser Ziel sein dominant zu erscheinen.“

Aus unterschiedlichen Gründen sind wir gegenüber dominant aussehenden Gesichtern, die tendenziell breiter sind, eher abgeneigt. Und tatsächlich ist ein Gesicht mit einem größeren Breite:Länge-Verhältnis ein evolutionäres Zeichen für Dominanz.

Unter Voraussetzung eines evolutionären Effekts (genannt Anthropomorphismus), in dem wir menschliche Züge auch nicht-menschlichen Dingen zuordnen, wollten die Forscher prüfen, ob wir diese dominanten Zeichen auch aus Produkten lesen.

Dabei wurde klar, dass sich die Aversion gegenüber Dominanz (bei menschlichen Gesichtern) in bestimmten Situationen auch ins Gegenteil umschlagen kann. Während wir nicht mit Menschen interagieren wollen, die dominante Gesichter haben, bevorzugen wir es bei bestimmten Produkten, wenn unser Ziel ist Dominanz zu zeigen.

In fünf verschiedenen Experimenten mussten Probanden sich verschiedene Fotos von menschlichen Gesichtern ansehen, die sich in der Breite der Gesichtsform unterschieden. Im Anschluss daran sahen sie Fotos von Produkten, die in ihrem Design menschlichen Gesichtern ähneln (wie z.B. Uhren oder Autos).

Die Forscher bewerteten anschließend die Produktpräferenz in zwei Situationen:

  1. Vorbereitung auf eine Geschäftsverhandlung
  2. Wiedersehen eines ehemaligen „Tyrannen“aus der Schulzeit

Dabei fanden sie heraus, dass die Probanden in beiden Situationen das dominant-aussehende Produkt“gesicht“ / -design mochten. Vermutlich, so die Forscher weil wir das Produkt als Teil von uns ansehen und glauben dadurch Dominanz demonstrieren zu können.


Auswahl der getesteten Bilder

Der Effekt war am stärksten wenn wir die Produkte in der Öffentlichkeit nutzten und logischerweise auch weniger stark in Situationen in denen Dominanz keine Rolle spielte (z.B. beim Treffen mit Freunden).

Aber was bedeutet das jetzt für uns als Marketer, Produktdesigner oder Geschäftsleute?

Vielleicht sollten Designer stärker hinter die Ästhetik und Funktionalität blicken und betrachten, welche Charakterzüge ein Produkt repräsentiert. Aber nicht nur für Designer ist die Erkenntnis spannend. Denn auch in der Positionierung von Produkten können wir diese Information nutzen. So mag es in manchen Produktbereichen und für bestimme Zielgruppen oder Nutzungskontexte sehr sinnvoll sein Dominanz zu vermitteln, während in anderen Bereichen, wie z.B. Gesundheit das genaue Gegenteil vermittelt werden soll.

Interessanterweise zeigten die Studien auch eine Auswirkung auf die Produktpreise. Beim Blick auf über 500 Automodelle zeigte sich, dass eine Änderung des Breite:Höhe-Verhältnisses von nur 1 % zu einem Preisanstieg von 250 $ führte. Dabei ist vor allem das Verhältnis wichtig. Heißt auch hier kann ein Einfluss auf die Positionierung genommen werden.

Auf jeden Fall sollten sich Marketer von Anfang an darüber Gedanken machen, wie ihre Kunden wahrgenommen werden wollen.

Und wir als Kunden können jetzt bewusst darauf achten und auch mehr Geld ausgeben, weil das Auto eine breitere Front hat – zumindest, wenn wir das Auto vor dem Haus stehen lassen und den bösen Nachbarn ärgern wollen ;-).

In diesem Sinne viel Spaß beim umsetzen und einkaufen.

Verfasst von: Alexander Grosch | Juni 27, 2016

Back to Neuro


Ich…

bin…

zurück.

Ich weiß, ihr musstet lange, sehr lange warten seit meinem letzten Post hier. Ich weiß auch, dass ich mit dieser langen Pause einige von euch verloren habe, denn ein Blog lebt davon, gepflegt zu werden. Umso mehr tut es mir leid, dass die Pause so lange war.

Da ich euch nicht gleich mit neuen Inhalten quälen möchte, soll dieser Post zunächst nur ankündigen, dass ich wieder da bin und euch mit spannenden Inhalten, auf Basis eurer Anregungen,  beglücken werde.

Es war ruhig, weil mir die Muse und Zeit gefehlt hat, aber ich freue mich wieder auf intensiven Austausch mit euch.

Bis dahin wünsche ich euch viele schöne Emotionen und ein aktives Gehirn,

Euer Alex!

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst von: Alexander Grosch | November 5, 2014

Gastbeitrag (1): Welches Konzept der Ladeneinrichtung ist das richtige?


Wie angekündigt startet hiermit die Serie von Gastbeiträgen zum Thema Ladeneinrichtungen und Konzepte. Viel Spaß.

Neuromarketing setzt sich zusammen aus der Definition von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und dem traditionellen Marketing. Werbereize sorgen dafür, dass Hintergrundmusik, Werbung und auch Platzierung der Produkte, gezielte Tricks sind, die im Supermarkt dafür sorgen, dass der Kunde häufiger kauft als er geplant hat. Dabei spielen auch Methoden der Neurowissenschaft, wie die Messung von Hirnströmen durch EEGs oder einem Hirnscanner eine Rolle. Neuromarketing ist das Ziel zu verstehen und zu sehen, welche Hirnbereiche beim Sehen einer bestimmten Werbung angeregt werden. Entscheidungsprozesse laufen unbewusst ab, sie werden durch Emotionen und Erinnerungen gesteuert. Werden die richtigen Emotionen provoziert, so ist der Kunde eher gewillt, einen Kauf zu machen. Man könnte Neuromarketing mit den Worten von Henry Ford umschreiben: Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist herausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht welche Hälfte.

Neuromarketing und der Umsatz steigt

Betritt ein Kunde Geschäftsräumlichkeiten, dabei ist es egal, ob es ein privater Kunde oder eine Geschäftskunde ist, nimmt er bewusst oder unbewusst das Design und die Ausstattung der Ladeneinrichtung auf, damit projiziert sich bildhaft das Unternehmen in seinem Kopf. In einer erfolgreichen Ladeneinrichtung soll sich der Kunde in den Räumen wohl fühlen und er soll sich ganz einfach zu Recht finden. Erfüllt man diese beiden Punkte, so hat man das Konzept und die Grundlage für eine erfolgreiche Ladeneinrichtung. Im Bereich von Neuromarketing wurden in den letzten Jahren wissenschaftliche Kenntnisse festgestellt, welche man nun umsetzen kann. Das sogenannte Store Branding wird genutzt, um damit mit einer jeweiligen Zielgruppe zu kommunizieren.

Das Image verbessern

Die sogenannten Neuro-Tricks zahlen sich unbedingt aus. Wissenschaftler schätzen, dass nur mit einer modernen Ladeneinrichtung, die sich an der Konsumforschung orientiert, der Umsatz um bis zu zehn Prozent angehoben werden kann. Der Sporthandel hat noch ein erheblich höheres Potenzial gegenüber einem Supermarkt. Bei Sportprodukten unterliegen Kunden starken Emotionen. Hier steht eine Kaufentscheidung vor dem Eintreten in den Laden noch nicht fest. Die richtige Ladeneinrichtung mit Bildern bekannter Athleten und gezielt sportlichen Dekorationen wird er Umsatz gesteigert. Nicht nur der kleine Sporthändler, auch die großen Sportartikelhersteller heben ihr Image mit der optimalen Ladengestaltung. Die sogenannten „Concept Stores“ werden als Aushängeschilder eingerichtet. Die Unternehmen gehen mit ihren Produkten gezielt auf den Kunden zu. Es zählt nicht nur eine globale Marke auszustellen, ein globales Design muss kreiert werden.

Wenn Firmen die unbewusste Entscheidung beeinflussen

Wenn man sich die Mega-Filiale eines bekannten Sportgeschäftes ansieht, dann versteht man, was es heißt, nicht nur eine globale Marke zu präsentieren, sondern ein „Concept Stores“ zu entwickeln, der die Kunden entsprechend anspricht. Das Outdoor-Repertoire, das angeboten wird, geht von einer Kältekammer bis zu einer Kletterwand und einem Regensimulator. Das Erfolgskonzept ist aufgegangen, mittlerweile gibt es vier Stockwerke die den Kunden anlocken. Die Waren sind ansprechend platziert, nicht einfach im Karton hingestellt. Gerade in dem sportlichen Sektor kann Neuromarketing angewandt werden und so lässt sich mit dem Konzept einer Ladeneinrichtung das Kaufverhalten aktiv beeinflussen. Die richtige Ladeneinrichtung für Ihre Zielgruppe zu identifizieren, kann dabei sich dabei als schwieriges Unterfangen erweisen. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind riesig und das Wissen der Ladenbesitzer über Neuromarketing oftmals nur eingeschränkt vorhanden. Hierbei kann es überaus wichtig sein, sich Anregungen zu holen und sich professionell beraten zu lassen.

Was vielleicht wie Zufall aussieht, ist oftmals gewollt. Tests in Baumärkten haben bspw. ergeben, dass 49% mehr Kunden das Personal für kompetent halten, wenn es im Markt nach frisch gemähtem Gras riecht. Die Positionierung der Obst- und Gemüseabteilung am Eingang des Supermarktes hat zur Folge, dass Kunde beim folgenden Einkauf eher auf frische, farbenfrohe und gesunde Waren zurückgreift. Aber auch die Zonengestaltung hat Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden. So sollte die Tiefkühlzone mit warmen Farben und Bildern von frischem Gemüse ausgestattet sein, um den Kauf dieser Produkte anzuregen.

Viele Supermärkte haben am Eingang die Backwaren deponiert, weil der Duft von frischem Brot hungrig macht. Der anschließende Verkauf steigt deutlich an. Der Duft von Kaffee der aus den Kaffeehausketten strömt, macht Lust auf mehr. Aber auch französische Akkordeonmusik oder deutsche Blasmusik ließ den Umsatz an einem Tag von französischem Wein ansteigen, andern Tags den vom deutschen Produkt.

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