Verfasst von: Alexander Grosch | Juli 2, 2008

Werbung als Sekundenkommunikation


Schon häufig war die Rede von der Bedeutung der impliziten Symbole und Codes, die in der Kommunikation verwendet werden. Dabei steht die sprachliche Kommunikation im Hintergrund, da ihre bewusste Verarbeitung, unser Gehirn überlasten würde.

Werbung kann im Hinblick auf zwei Aspekte als Sekundenkommunikation verstanden werden.

1. Zum Einen betrachten wir nicht länger als 2 Sekunden eine Anzeige. Dabei können wir lediglich zwei Sätze je Kontakt aufnehmen, ohne das Bild zu berücksichtigen.

Dies beschreibt eher die explizite Aufnahme von Werbung. Im Marketing spielt die implizite Kommunikation jedoch die größere Rolle.

Wie schnell unser implizites System Bedeutung aus der Kommunikation ableiten kann zeigte eine Studie der Carleton University in Kanada.

2. Wir bilden uns innerhalb von weniger als einer halben Sekunde ein erstes Urteil einer Anzeige.

In der Studie wurde dies anhand von Websites untersucht. Den Probanden wurde für jeweils eine halbe Sekunde mehrere Websites gezeigt. Danach sollten die Probanden beurteilen, ob ihnen die Website gefällt oder nicht.

Eine weitere Probandengruppe hatte dieselbe Aufgabe, allerdings mit der Möglichkeit die Website beliebig lange anzuschauen. Das erstaunliche Ergebniss war, dass das Urteil beider Gruppen nahezu identisch ausfiel.

Die Ergebnisse dieser Studie können maßgebend für die Kommunikation im Internet sein, da dieses erste Urteil darüber entscheidet, ob der Surfer auf der Website verweilt oder gleich weg ist (Scheier, Held, Wie Werbung wirkt (2006), S.49f, Haufe).

Dieses erste Urteil, dieses „Schubladisieren“ vereinfacht unserem expliziten System die Arbeit. Vorurteile und Stereotype sind deshalb so weit verbreitet, weil sie unserem Gehirn die Arbeit erleichtern und dafür sorgen, dass unser Gehirn Energie sparen kann.


Responses

  1. Wiedermal äußerst richtig dargestellt, Herr Kollege.😉
    Wir haben uns nämlich drüben bei den creativen sideburns gefragt, ob man wirklich immun gegen Werbung sein kann. Das implizite System ist ja für das Bewusstsein gar nicht so zugänglich, so dass man die Werbebeeinflussung erst rational beurteilen kann, wenn man sich ihrer bewusst wird. Doch dann ist es vielleicht schon zu spät und wir passen möglicherweise unsere rationale Einstellung an, um kognitive Dissonanz abzubauen.

    Also: Komm bitte mal kurz zu uns rüber und erzähl uns, ob man gegen Werbung immun sein kann.

    Viele Grüße,

    CS1


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