Verfasst von: Alexander Grosch | November 22, 2008

Methoden des Neuromarketing


Ich habe in diesem Blog ja schon die Ein oder Andere konkrete Anwendung des Neuromarketing beschrieben und die Zusammenhänge bestimmter neuronaler Prozesse mit dem Marketing. In diesem Artikel möchte ich aber den Methoden, die hinter diesen Erkenntnissen stehen auf den Grund gehen.

Das bedeutet auch, dass der Hirnscanner nur als eine Methode verstanden wird und das Neuromarketing den interdisziplinären Charakter bekommt, den es verdient.

Der Artikel ist ein grundlegender Baustein für all diejenigen, die sich als Einsteiger mit dem Thema Neuromarketing befassen und für die Experten, die sich bisher nur mit den Ergebnissen des Neuromarketing beschäftigt haben.

Die bekannteste Methode, die das Neuromarketing in der ein oder anderen meinungsbildenden Zeitung erscheinen ließ ist sicherlich der Hirnscanner (1).

(1) Hierbei handelt es sich um die funktionelle Magnetresonanztomographie (F-MRT), ein bildgebendes Verfahren, das im Stande ist aktivierte Strukturen im Inneren des Gehirns, bzw. des ganzen Körpers darzustellen. Es ist eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Magnetresonanztomographie, die es durch den funktionellen Teil ermöglicht, Stoffwechselvorgänge sichtbar zu machen. Diese Stoffwechselvorgänge können durch Wahrscheinlichkeitsberechnungen geortet werden, was für die Praxis des Neuromarketing sehr bedeutend ist. Es werden also die Stoffwechselaktivitäten bestimmter Hirnareale gemessen. Die genaue Technik des f-MRT und die dahinter liegenden biologischen Grundlagen werden in einem speziellen Artikel zum „Verfahren f-MRT“ näher erläutert.

Wir in vorherigen Artikeln schon beschrieben wurde, spielt der Autopilot in unserem Gehirn eine große Rolle. Über die implizien Vorgänge in unserem Gehirn können wir jedoch keine Auskunft in einer herkömmlichen Befragung geben, sodass die klassische Marktforschung an ihre Grenzen stößt.

Eine Methode, die verwendet wird um die impliziten Vorgänge zu erkennen, sind die sogenannten Reaktionszeitverfahren (2).

(2) Dabei handelt es sich um eine kostengünstigere und dennoch intelligente Methode, um die impliziten Vorgänge aufzudecken. Dabei werden die Testpersonen mit bestimmten Reizen konfrontiert und dabei wird getestet, wie schnell die Probanden reagieren, sobald sie einen Reiz erkennen oder einordnen können.

Derartige Verfahren ermöglichen es, die impliziten Assoziationen oder Einstellungen zu einer bestimmten Marke zu überprüfen. Dies wäre mit Verfahren der klassischen Marktforschung nicht möglich.

Dies waren zwei wichtige Beispiele für verschiedene Methoden des Neuromarketing. Doch diese Methoden sind nur Beispiele, die zeigen, wie interdisziplinär Neuromarketing wirklich ist.

Um Neuromarketing wirklich ganzheitlich zu beschreiben und das Verständnis von Markenkommunikation und Marketing zu verbessern sind folgende wissenschaftliche Disziplinen unabdingbar (beschrieben Scheier/Held, Wie Werbung wirkt, S.22):

– Psychophysik: hier wird die Wahrnehmung und Sensorik erforscht

– Entwicklungspsychologie: wie hat und wie wird sich das Gehirn entwickeln?

– künstliche Intelligenz: die Funktionsweise der neuronalen Netzwerke

– Kulturwissenschaft: die Bedeutung von Dingen. Wie wir Codes deuten.

– Marktforschung: der Konsument im Mittelpunkt

An dieser Vielzahl von Disziplinen wird der interdisziplinäre Charakter mehr als deutlich. 

Neuromarketing ist vielmehr als ein Hirnscanner – es integriert verschiedene Erkenntnisse und Methoden vieler Disziplinen.


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: