Verfasst von: Alexander Grosch | November 4, 2009

Wieso Hunger uns launisch macht


Zunächst stellt sich mit Sicherheit für euch die Frage, was dieses Thema mit Hirnforschung oder Neuromarketing zu tun hat. Aber dieser Blog behandelt ja auch die anatomischen und neurowissenschaftlichen Grundlagen, die dieser Artikel behandelt. In den letzten Monaten wurden von der Florida State University interessante Studien durchgeführt, die sich mit den Auswirkungen der Zuckerkonzentration im Körper auf die mentalen Fähigkeiten beschäftigten.

Dabei mussten die Probanden zunächst eine mentale Aufgabe meistern. Anschließend wurde allen Probanden Limonade zu trinken gegeben. Die eine Hälfte der Probanden erhielt dabei zuckerhaltige Limonade, die andere Hälfte bekam zuckerfreie Limonade ohne jeden Nährwert.

Anschließend mussten die Probanden nochmals eine Aufgabe bearbeiten. Die Ergebnisse dieser Aufgaben waren selbst für die Forscher überraschend. Es zeigte sich, dass die Probanden, die die zuckerfreie Limonade tranken, häufiger impulsiver entschieden und insgesamt schlechtere Entscheidungen trafen.

Diese Ergebnisse brachten die Forscher mit dem Abbau des präfrontalen Cortex zusammen, die bei der zuckerfreien Limonade auftrat. Probanden, die Zucker bekamen waren eher in der Lage die Funktion dieses Gehirnbereichs aufrecht zu erhalten.

Diese Studie kann auch erklären, wieso wir schlecht gelaunt sind und launisch werden, wenn wir Hunger haben oder noch einfacher, wenn uns Zucker fehlt. Unser Gehirn ist dadurch weniger in der Lage negative Emotionen zu unterdrücken. Unsere schlechte Stimmung ist demnach nur ein „heruntergekommener“, schwächelnder präfrontaler Cortex.

Als Light-Trinkender Zucker-Meider, finde ich diese Ergebnisse äußerst interessant. Natürlich soll dies keine Rechtfertigung sein, aber vielleicht kann ein Zucker-Schuss ab und an mein Gehirn etwas schärfen.

Noch ein Hinweis in eigener Sache. Ich habe seit einigen Monaten begonnen das Thema Neuromarketing in einem eigenen, eigenständigen Projekt in die Praxis umzusetzen. Nach einiger Vorarbeit und dem Schreiben eines Businessplans, habe ich die Gründungsphase hinter mich gebracht. Das Unternehmen Choceria wurde vor einigen Wochen gegründet und soll nun viele Menschen mit Schokoladenprodukten bester Qualität glücklich machen. Ihr werdet aber im Laufe des Projektes nur sehr selten und sporadisch Updates bekommen, weil ich das Projekt ohne Internetaufmerksamkeit und Onlineauftritt zum Erfolg bringen möchte und der Fokus auf der Implementierung einer holistischen (ganzheitlichen) Marketingstrategie beruht, die alle Sinne vor Ort betören soll.


Responses

  1. Schlechte Laune in Verbindung mit Unterzuckerung ist (war) biologisch sinnvoll. Ein Blick in das Neandertal verrät, dass die Jagd vor 30.000 Jahren mit agressiven Stimmung gepaart sein musste, um die Gefahren, die mit einer Tierhatz verbunden sind ein wenig auszublenden. Ein Neandertaler mit schlechter Laune und Keule in der Hand war bei der Auseinandersetzung mit einen Höhlenbäre sicherlich erfolgreicher als sein satter und schläfriger Kollege.


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