Verfasst von: Alexander Grosch | Mai 13, 2010

Wie Babybilder unsere Nächstenliebe steigern


Wie groß der Einfluss von Kindern und Babys im Marketing sein kann, haben schon vorherige Artikel gezeigt. Der Einsatz von Kinderbildern kann zum Beispiel dafür sorgen, dass der Werbemaßnahme mehr Zeit und größere Aufmerksamkeit gewidmet wird.

In einer interessanten Studie haben Forscher in Edinburgh herausgefunden, dass Babybilder unsere Nächstenliebe steigern können. In dieser Studie wurden im letzten Jahr Hunderte von Geldbeuteln auf den Straßen von Edinburgh verteilt. Davon wurden vielleicht erstaunlicherweise 240 Geldbeutel zurückgeschickt. Doch dabei gab es eine überraschende Wendung.

Der Psychologe Richard Wiseman und sein Team legten eins von vier Bildern in ein durchsichtiges Fenster in den Geldbeuteln.  Auf diesen Bildern waren unterschiedliche Motive abgebildet:

1. ein lachendes Baby.

2. ein süßer Welpe.

3. eine glückliche Familie.

4. ein zufriedenes älteres Paar.

In einigen Geldbeuteln waren keine Bilder zu finden und in manchen Papiere von Wohltätigkeitsveranstaltungen.

Dabei stellte sich heraus, dass Menschen deutlich häufiger den Geldbeutel zurück schickten, wenn das Bild eines Babys enthalten war. Nur 10 % der Menschen war hartherzig genug den Geldbeutel nicht zurück zu schicken. Von den Geldbeuteln ohne Bild und somit auch ohne emotionale Bindung wurden nur 13 % zurück geschickt.

Nach Dr. Wiseman’s Auffassung spiegelt das Ergebnis einen mitfühlenden Instinkt gegenüber gefährdeten Babys wider. Diesen Instinkt haben Menschen entwickelt, um das Überleben der zukünftigen Generationen zu gewährleisten.

Die Ergebnisse der Studien waren wirklich überraschend:

88 % der Geldbeutel mit Babyfotos wurden zurück geschickt. Die zweitbeste Rate lag bei 53 % und den Welpenfotos. Das Familienfoto hatte eine Rücklaufquote von 48 % und das Foto des älteren Paares eine Quote von 28 %. An diesen Ergebnissen ist deutlich zu sehen, dass Babyfotos unsere Nächstenliebe steigern und uns altruistischer machen.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie diese Ergebnisse genutzt werden können. Eine naheliegende Idee ist die Einbindung dieser Erkenntnisse in die Werbung von Non-Profit Organisationen. Da diese von der altruistischen Einstellung ihrer Spender abhängig sind, können sie diese durch Babyfotos in ihrer Werbung großzügiger stimmen. Natürlich sind diese Erkenntnisse leichter zu nutzen, wenn es sich um eine Non-Profit Organisation handelt, die sich mit familiären Problemen beschäftigt und nicht um eine Organisation, die sich mit der Förderung von Musik beschäftigt.

Die Frage ist, ob die Erkenntnis auch für kommerzielle Werbung genutzt werden kann. Bislang wurden Babyfotos häufig in der Werbung genutzt, um größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Im Hinblick auf den Altruismus lässt sich allerdings noch ein weiterer Grund finden, wieso Babyfotos genutzt werden sollten.

Dieser Grund ist das Thema Sicherheit, das bei manchen Produkten von großer Bedeutung ist. Sobald das Thema Sicherheit in der Werbung angesprochen werden soll, könnte es Sinn machen die Werbung mit Babyfotos zu verknüpfen.

Gibt es aus eurer Sicht noch weitere Beispiele, wo Babyfotos eingesetzt werden?


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