Verfasst von: Alexander Grosch | Dezember 27, 2010

Wie ausgefallene Schriftarten unsere Erinnerungsfähigkeit steigern


Ob bei der Erstellung von Printanzeigen, dem Gestalten von Internetseiten oder der Konzeption neuer CI/CD-Richtlinien, die Schriftart spielt immer eine Rolle und führt oft zu Diskussionen. Jeder Konzern, der etwas auf sich hält, arbeitet mit eigens für ihn erstellten Schriftarten. Dies zeigt die Bedeutung von Schriftarten für Unternehmen und für das Marketing.

Jetzt stellt sich allerdings die Frage, wie die Schriftarten aussehen sollten, um die beste Wirkung zu erzeugen bzw. um am längsten im Kopf der Konsumenten und Kunden zu bleiben.

Sollten zum Beispiel Schriftarten verwandt werden, die einfach und leicht zu lesen sind oder Schriftarten, die komplizierter und schwieriger zu lesen sind? Die meisten von euch -wie ich ursprünglich auch- werden jetzt vermuten, dass die Einfachheit die beste Lösung ist. Nach neuesten Erkenntnissen wissen wir, dass einfache Schriftarten besser überzeugen können. Überraschenderweise allerdings hätten die, die sich für Einfachheit entschieden haben, Unrecht.

Eine Studie der Princeton University verglich die Merkfähigkeit von Studenten bei Kursmaterialien. Die Kursmaterialien wurden in einem Fall in einer einfachen und im anderen Fall in einer komplexeren Schriftart dargestellt. Dabei zeigte sich, dass die Merkfähigkeit bei der komplexeren Schriftart deutlich besser war.

Doch die entscheidende Frage ist nun, wieso dies entgegen den ursprünglichen Vermutungen der Fall ist?

Es scheint so, als ob der zusätzliche Aufwand, der nötig ist um die komplexen Schriftarten zu lesen, zu impliziter und tieferer Verarbeitung führt und schließlich zu besserer Erinnerung. Die einfache Schriftart, die getestet wurde war „Arial“ und die komplexen waren „Comic Sans Italic“ und „Monotype Corsiva“.

Die Studie wurde eigentlich durchgeführt, um die Erinnerungsfähigkeit in Bildungsumgebungen zu verbessern, kann aber durchaus einige interessante Auswirkungen auf das Marketing haben.

Wenn es zum Beispiel darum geht, den Leser dazu zu bringen, sich an etwas zu erinnern, wie eine Telefonnummer oder den USP eines Produktes, macht es Sinn das Gehirn des Lesers beim Lesen stärker zu fordern. Denn diese intensivere Belastung des Gehirns beim Lesen sorgt dafür, dass eine beständigere Erinnerung entsteht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ich jetzt dazu tendieren würde lange Texte in komplexen Schriftarten abzudrucken, denn nach wie vor empfinden es Menschen als unangenehm lange Textblöcke in komplexen Schriftarten zu lesen. Das heißt, dass allein der Anblick eines langen Textes in komplexen Schriftarten potenzielle Leser schon vor dem Versuch des Lesens abhalten kann. Oder der Leser verliert schneller die Lust weiterzulesen, als bei einfacheren Schriftarten.

Sparsam eingesetzt allerdings, können komplexere Schriftarten dafür sorgen, dass wichtige Marketing Informationen besser erinnert werden.


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