Verfasst von: Alexander Grosch | April 25, 2011

Das operative Marketing Teil 6 – Die Macht der Namen


Wenn es um Namensgebung geht, machen sich in großen Automobilunternehmen zum Beispiel viele Menschen Gedanken bei der Einführung von neuen PKWs. Nichtsdestotrotz ist der Produktname kein Thema über das sich viele Menschen grundsätzlich Gedanken machen, vor allem dann nicht, wenn es um Produktkategorien geht. Autos sind eben Autos und Bücher sind Bücher.

Möglicherweise ist es Zeit sich aus Sicht des Marketing mehr mit diesem Thema zu beschäftigen. Dabei können viele Unternehmen von dem lernen, was viele Restaurants bereits sehr gut umsetzen: Der Name eines Produktes beeinflusst dessen Anziehungskraft und am Ende des Tages den Umsatz des Produktes. Dieser Effekt wurde auch im Zusammenhang mit anderen Merkmalen (wie z.B. dem Preis) offensichtlich.

Im Speziellen ist dies in der Nahrungsmittel denkbar, in dem ungesunde Produkte, die die Kunden nicht kaufen würden, können interessanter und reizvoller gemacht werden:

Aus Kartoffelchips können „Vegetarische Chips“ werden oder aus einem ungesunden und nicht empfehlenswerten Karottenkuchen zum Frühstück, können Lifestyle/gesunde Karotten-Muffins werden. Es klingt nach gesünderem Essen, obwohl der Muffin mir einer Frischkäse-Haube versehen ist.

Eine Studie, die im Journal of Consumer Research erscheinen wird (und mir vorab durch einen bekannten, den Autor und Blogger Roger Dooley vorliegt) zeigt, dass Menschen, die sich an einer Diät oder an gesünderem Essen versuchen, gelernt haben bestimmte Nahrungsmittel allein aufgrund des Namens zu vermeiden. Das bedeutet, dass sie z.B. den Milchshake links liegen lassen, aber gerne bei einem gesund klingenden Smoothie zugreifen werden.

Die Forscher konnten dabei zeigen, dass Probanden auch mehr Fruchtbonbons aßen als einfache, süße Bonbons, obwohl das Produkt das Gleiche war. Vermutlich gibt es in jeder Industrie derartige Beispiele und Möglichkeiten durch die Namensgebung die Umsätze zu erhöhen.

Es wird also einmal mehr Zeit den Tellerrand des eigenen Produktes zu verlassen. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass eine Änderung des Namens auch immer kongruent mit einer Veränderung der Verpackung oder dem Design einhergeht.

Wenn es also einzelne Bestandteile an ihrem Produkt gibt, die evtl. aus dem Namen hervorgehen und nicht gut beim Kunden ankommen, denken sie nochmal über die Möglichkeiten nach, wie sie diese Bestandteile gut umschreiben können (und BITTE: Alles im Rahmen des Erlaubten und moralisch Vertretbaren).


Responses

  1. […] Obwohl die Produkte die gleichen sind, würde man sich als Ernährungsbewusster Mensch für die gesünder klingenden Nahrungen entscheiden.https://neuromarket.wordpress.com/2011/04/25/das-operative-marketing-teil-6-die-macht-der-namen/ […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: