Verfasst von: Alexander Grosch | September 12, 2011

Priming in Bestform (6) oder wie lebendige Geschichten unser Verhalten beeinflussen


Es gibt ja viele Möglichkeiten wie Geschichten erzählt werden können. Diese reichen von sehr intellektuellen Beiträgen, die in Zeitungen, wie der FAZ erscheinen und eher abstrakt und neutral erzählt werden, bis hinzu Geschichten, die spezifisch/konkret und lebendig mit Inhalt gefüllt sind.

Jetzt stellt sich allerdings die Frage, ob es Unterschiede in der Wahrnehmung dieser unterschiedlichen Formen der Geschichtserzählungen gibt und ob sich diese Formen auf unser Verhalten auswirken können. Diese Frage ist auch für das Marketing relevant, da es vor allem in der Kommunikation unterschiedliche Möglichkeiten der Ansprache gibt.

Um diese Unterschiede näher zu beleuchten, beschäftigten sich englische Forscher mit den unterschiedlichen Wegen, wie Menschen über den Tod nachdenken -abstrakt oder lebendig/spezifisch.

Dazu nutzten sie zum Einen, eine sehr detaillierte Geschichte, die eine Gruppe von Probanden in eine brennende Wohnung setzte, um ganz gezielt „Todesgedanken“ zu aktivieren.

Eine zweite Gruppe von Probanden mussten allgemeinere Fragen über den Tod beantworten, während eine Kontrollgruppe sich mit völlig anderen Themen (unabhängig vom Tod) auseinander setzen musste.

Anschließend wurden allen Gruppen weitere Artikel zum Lesen ausgehändigt, die sich mit dem Thema Blutspende beschäftigten.  Dieser Artikel wurde ebenfalls wieder in zwei Versionen ausgehändigt. Eine Version deutete daraufhin, dass die Anzahl der Blutspenden sich derzeit auf einem Rekord-Hoch bewegen, die andere Version deutete auf ein Rekord-Tief bei Blutspenden.

Nachdem Lesen der Artikel konnten alle Probanden ihr Interesse an einer Blutspende zum Ausdruck bringen.

Die Ergebnisse sind äußerst interessant. Die Gruppe der Probanden, die sich mit den allgemeinen Fragen über den Tod beschäftigten war am altruistischsten. Sie waren auch am häufigsten bereit Blut zu spenden, aber nur dann wenn es einen großen Bedarf gab.

Bei den Probanden, die sich mit den speziellen Gedanken über den Tod beschäftigten (die brennende Wohnung) konnte man im Vergleich zur Kontrollgruppe eine verstärkte Tendenz zum Altruismus erkennen, selbst wenn der Bedarf nach Blutspenden gering war.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie wir diese Erkenntnisse im Neuromarketing nutzen können. Großes Interesse könnten diese Erkenntnisse natürlich bei „Non-Profit-Organisationen“ auslösen.

Die erste nützliche Information ist, dass das Primen von möglichen Spendern oder Freiwilligen mit entsprechenden Gedanken über den Tod, die altruistische Ader bei diesen verstärken kann. Die zweite interessante Erkenntnis, die nutzbar gemacht werden kann, ist, dass unter den meisten Umständen eine lebendigere und persönlichere  Geschichte über den Tod besser funktioniert als eine allgemeinere, abstraktere Geschichte.

Somit konnte hier ganz deutlich gezeigt werden wie lebendige Geschichten unser Verhalten tatsächlich verändern können und wie gleichzeitig gutes Priming uns wirkungsvoll verändern kann und unsere altruistische Ader verstärken kann.


Responses

  1. […] Priming in Bestform oder wie lebendige Geschichten unser Verhalten beeinflussen Es gibt ja viele Möglichkeiten wie Geschichten erzählt werden können. Source: neuromarket.wordpress.com […]


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