Verfasst von: Alexander Grosch | April 23, 2012

Sind Marketers schmierige Typen, die durch das Neuromarketing ihre Chance wittern?


Eine der häufigsten Fragen, die im Zusammenhang mit Neuromarketing gestellt werden ist die Frage, ob die Methoden des Neuromarketing ethisch vertretbar sind. Oder ob es sich lediglich um weitere Möglichkeiten handelt Konsumenten so zu manipulieren, dass sie zum Kauf von Produkten – die sie nicht benötigen – angeregt werden.

Meine Antwort auf diese Frage ist ganz einfach. Sind denn langweilige und nervige Werbeanzeigen den Anzeigen, die wir Konsumenten als bezaubernd oder toll beschreiben würden, vorzuziehen. Ich persönlich würde definitiv einen Spot bevorzugen, der darauf ausgerichtet ist das Gehirn der Konsumenten anzusprechen (wie z.B. die bekannte „Darth-Vader Kampagne von VW) als eine weniger wirksame Anzeige.

Dabei kommt natürlich die Frage auf, ob Marketing und Werbung grundsätzlich manipulativ und daher falsch sind? Mit Sicherheit kann man viele Menschen treffen, die der Ansicht sind, dass das einzige gute Marketing kein Marketing bedeutet. Diese Menschen machen Marketers auch für exzessive Ausgaben, die Zerstörung der Umwelt und andere soziale Missstände verantwortlich. Es ist vermutlich unnötig zu sagen, dass ich dem widerspreche.

Natürlich gibt es schlechte Marketers, die unzureichende und schlechte Produkte bewerben und Kunden dazu bringen, Geld in Produkte zu investieren in die sie nicht investieren sollten. Aber diese Marketers sind nicht die Norm.

Doch echte Marketers sollten die Probleme der Kunden lösen. Sie stellen sicher, dass Produkte die Erwartungen, die sie kreieren auch erfüllen oder sogar übertreffen. Außerdem sollten sie diese Situationen, in denen dies nicht der Fall ist bereinigen. Dies trifft auf alle Funktionen des Marketing zu. Angefangen beim Produktmanager, der für die Qualität der Produkte zuständig ist bis hin zum Brand Manager, der sich um die Kommunikation kümmern sollte.

Es gab in der Vergangenheit goldene Zeiten, in denen es möglich war Produkte in den Markt zu drücken, die nicht die Anforderungen erfüllten. In den letzten Jahren und mit der Geburt des „Social Media“ hat sich die Marktdynamik auf allen Märkten hin zum Besseren verändert. Marketers müssen ständig sowohl zufriedene als auch unzufriedene Kunden ansprechen und sie haben keine Wahl als Fälle zu bereinigen, in denen die Realität von der Marketingbotschaft abweicht.

Doch natürlich stellt sich auch hier die Frage, ob wir all diese vielen Frischkäseaufstriche, Cola-Varianten und Shampoos am Point of Sale brauchen?

Selbst wenn Produkte austauschbar sind, können Marketers den Genuss von Produkten steigern. Die Daten aus Hirnforschern konnten in der Vergangenheit bereits zeigen, dass das Trinken von „Marken-Cola“ deutlich angenehmer ist als das Trinken der Wettbewerber. Und das selbst, wenn die „Marken-Cola“ tatsächlich der Wettbewerb war. Die Marketers konnten in Jahrzehnten das schaffen, was in den Entwicklungslaboren nicht gelang: Die Kreation einer besser schmeckenden Cola.

Es ist also recht einfach. Genauso wie es schmierige Verkaufspersonen gibt, gibt es schmierige Marketers. Diese Verkaufspersonen und Marketers geben aufgeblasene Behauptungen von sich und geben Versprechen ab, die sie nicht halten können. Dieses Geschäftsmodell ist nachhaltig allerdings nicht tragbar. Denn die Realität holt auch diese Marketers wieder ein, wenn das Vertrauen verloren geht und der gute Ruf kaputt ist.

Ernstzunehmende Marketers allerdings wissen, dass ihr guter Ruf (der Marke, des Produkts und ihr eigener) ihre wichtigsten Werte sind. Selbst wenn sie danach streben neue Konsumenten für sich zu gewinnen, möchten sie sicherstellen, dass der erste Eindruck positiv ist und der Kunde zum Stammkunden wird.

Gutes Marketing sorgt für mehr als den Abverkauf am Point of Sale, es schafft echte Werte.


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