Verfasst von: Alexander Grosch | Juni 26, 2012

Wieso wir für eine Brainstorming Session zu Starbucks gehen sollten


In einer Zeit von gesättigten Märkten und großer Konkurrenz spielt Kreativität als Differenzierungsmerkmal sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer persönlich eine immer größere Rolle. Doch wie lässt sich Kreativität erzeugen.

Natürlich gibt es bei Menschen immer wieder Naturtalente, die mit ihrer Kreativität Unternehmen oder sogar die ganze Menschheit wieder ein Stück nach vorne bringen. Aber von diesen Naturtalenten soll hier nicht die Rede sein. Es soll hier eher darum gehen, wie Kreativität durch das Umfeld gefördert werden kann.

Ich möchte die Aufmerksamkeit mit diesem Artikel daher vielmehr auf eine interessante, neue Studie lenken, die an der University of Illinous durchgeführt wurde.

Quelle: Training Guha

Dabei untersuchte ein Forscherteam um den Professor Ravi Mehta die Auswirkungen von mäßigen Umgebungsgeräuschen auf die kreative Problemlösungsfähigkeit. In einer Serie von Experimenten konnten die Forscher herausfinden, dass es ein gewisses Maß an Lärm den Probanden erleichterte mit neuen Ideen aufzukommen.

Die Forscher formulierten dies so:

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass es für Individuen, die auf der Suche nach kreativen Lösungen für alltägliche Proleme sind (wie z.B. Planung eines Abendessens mit begrenzten Vorräten oder das Bilden interessanter Forschungsthemen) besser ist sich nicht in einem ruhigen Raum zu vergraben. Um eine Lösung zu finden macht es dagegen vielmehr Sinn aus der eigenen Komfort-Zone auszubrechen und in eine relativ laute Umgebung zu wechseln (wie z.B. einem Café). Diese laute Umgebung kann das Gehirn dazu bringen, abstrakt zu denken und somit kreative Ideen zu generieren.

Ihr werdet jetzt sicherlich fragen, ob dieser Lärm nicht störend ist. Die Anwort darauf ist recht simpel. Doch und genau da liegt der Punkt, wie Mehta und seine Kollegen erklären.

Während eine relativ ruhige Umgebung es erleichtert ein Buch zu lesen, kann eine laute Umgebung ein gewisses Maß an Unstetigkeit und somit Verarbeitungsschwieriegkeiten mit sich bringen, die die normale Art zu denken stören kann. Doch genau diese Störung steigert die Art von abstraktem Denken, die die Kreativität beleben kann.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ihr euch jetzt neben eine stark befahrene Straße setzen sollt und dadurch sofort kreativ seit. Die Gleichung Lärm = Kreativität geht also nicht auf. Denn zu viel Lärm, sagen wir, ein Presslufthammer vor dem offenen Bürofenster kann es unmöglich machen die eigenen Gedanken zu hören.

Die Lösung ist wie bei Vielem einen Mittelweg zu finden – ein Ort, der angenehm laut, aber nicht so laut ist, dass man seine eigenen Gedanken nicht mehr verfolgen kann.

Die Forscher drücken es wie folgt aus:

„Ein moderates Niveau von Umgebungsgeräuschen verursacht unstetige Verarbeitung, was zu abstraktem Denken führt, das die Kreativität steigert. Ein zu hohes Maß an Lärm beeinträchtigt allerdings die Kreativität durch die geminderte Informationsverarbeitung“

Die Konsequenzen, die wir daraus ziehen können sind zweierlei:

Zum Einen können wir unsere eigene, persönliche Kreativität steigern, in dem wir zum Beispiel in einer Phase der Ideenlosigkeit unseren Lieblings-Coffeeshop besuchen und das am besten zu einer Zeit in der wir einen der letzten Plätze ergattern.

Eine Einschränkung gibt es allerdings. Diese Effekte setzen nur dann voll ein, wenn ein Mindestmaß an Kreativität in den einzelnen Personen bereits vorhanden ist.

Zum Anderen konnten weitere Experimente zeigen, dass ein gemäßigtes Maß an Umgebungsgeräuschen Konsumenten dazu anregen kann, innovativere Produkte zu kaufen.   Um die Kunden dazu zu ermuntern neue und innovative Produkte zu kaufen, sollte darüber nachgedacht werden, Läden mit einem gewissen Lärmpegel auszustatten.


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