Verfasst von: Alexander Grosch | November 6, 2012

Wenn der „große“ Cookie eigentlich der Kleinere ist oder wie Portionsgrößen unser Essverhalten verändern können


In vorherigen Artikeln habe ich bereits über Tellerfarben und -größen und deren Einfluss auf unser Essverhalten geschrieben. Dieser Artikel widmet sich allerdings einem anderen interessanten Effekt. Dabei zeigt sich, dass bereits kleinste Details unser Essverhalten verändern können.

Genauer gesagt geht es diesmal um die Aufschrift auf der Verpackung des Essens. Denn wie neue Studien zeigen, hat diese erheblichen Einfluss auf unser Essverhalten.

In einem interessanten Experiment der University of Michigan unter der Leitung von Aradhna Krishna, wurden Cookies mit „Medium“ und „Large“ gekennzeichnet und unterschiedlichen Gruppen zum Essen gegeben.

Dabei zeigte sich, dass die Probanden mehr von den Cookies aßen, die mit der Größenbezeichnung „Large“ gekennzeichnet waren. Die Probanden vertrauten daher nicht ihrem Magen, sondern vielmehr der Beschriftung, die auf den Cookies zu lesen war. Die Cookies gleicher Größe wurden mit unterschiedlichen Labels ausgezeichnet. Nur aufgrund dieser unterschiedlichen Kennzeichnung, aßen die Probanden mehr.

In der Realität hat dieses psychologische Prinzip von Unternehmen zu Unternehmen schon sehr unterschiedliche Formen angenommen. So ist  etwa 1 Liter Cola bei McDonald ’s bereits ein großes Getränk, während das gleiche Getränk bei Subway als Mittel beschrieben wird. Wenn ihr Etiketten vertraut, könnte das am Ende dazu führen, dass ihr viel mehr esst und trinkt als ihr glaubt.

Dieses Prinzip wird von Aradhna Krishna auch als „schuldlose Völlerei“ beschrieben. Denn wenn wir glauben, dass eine Portion kleiner ist, können wir ohne schlechtes Gewissen mehr essen. Und dieser Effekt zeigt sich nicht nur bei der Menge, die serviert sind, sondern bereits bei der Beschreibung des Essens.

Wenn wir also etwas auf unser Gewicht achten möchten, sollten wir unser gutes Gewissen überlisten und häufiger auf unser „Bauchgefühl“ achten. Seid ihr allerdings in der Nahrungsmittelbranche tätig und wollt euren Umsatz steigern, würde ich dazu raten, keine XXL-Cookies anzubieten, sondern lieber Packungen mit kleinen Portionen. Da kann die schuldlose Völlerei beginne (zumindest für diejenigen, die diesen Artikel nicht gelesen haben).

Jetzt bleibt mir nur noch euch viel Spaß beim Einkaufen und  Naschen zu wünschen.


Responses

  1. Essen ist nicht nur eine Sache des Körpers oder der Vernunft! Vielmehr entscheidet unsere psychische Verfassung darüber, was wir essen. Auch unsere Erziehung, Kultur, soziale Einflüsse, das Alter und natürlich auch die Werbung prägen unser Essverhalten. All diese Faktoren entscheiden darüber, ob wir z.B. Stress durch Dauerfuttern ausgleichen, uns der Bissen im Halse stecken bleibt oder wir gar eine Essstörung entwickeln. Und: Die Ernährung beeinflusst auch unsere Stimmung! Um uns glücklich und zufrieden zu fühlen, muss unser Körper gut versorgt sein. Mit einer geschickten Lebensmittelauswahl können wir sogar unsere Stimmung verbessern. Die richtigen Inhaltsstoffe helfen uns, Niedergeschlagenheit und psychische Leistungsschwächen zu überwinden, um so unseren Alltag aktiv und gut gelaunt zu bewältigen. Mit diesem Buch der Ernährungswissenschaftlerin Susanne Fehrmann lernt man hinter die Kulissen des eigenen Ernährungsverhaltens zu schauen und erfährt, wie man dem inneren Schweinehund ein Schnippchen schlägt. Wohl kaum ein Leser, der sich nicht an vielen Stellen ihrer anschaulichen Beschreibung wiederfindet und wertvolle Tipps (bis hin zu Rezepten) für einen genussvollen Umgang mit dem Essen erhält.


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