Verfasst von: Alexander Grosch | Juli 19, 2014

Priming in Bestform (8) oder wie niedliche Produkte zum Erfolg führen?


 

Das Babys und Kinder häufig in Werbekampagnen zu sehen sind, hat einen guten Grund und ist in der Vergangenheit umfangreich erforscht und erörtert worden. Wir werden magisch angezogen von dieser Art der Kommunikation.

Dass dieses sogenannte „Kindchenschema“ darüber hinaus aber auch noch reale Auswirkungen auf unser Verhalten hat, ist zwar neu, aber keine allzu überraschende Erkenntnis. In verschiedenen Studien konnte gezeigt werden, dass die Konfrontation mit niedlichen Babys oder Babytieren dafür sorgt, dass wir uns im Anschluss zum Beispiel vorsichtiger verhalten.

Hier wurde das Phänomen des Primings bereits offensichtlich.

Eine neue Studie des Boston College hat das Thema des „Kindchenschemas“ allerdings aus einer anderen Richtung beleuchtet. Und zwar aus Sicht des Kaufverhaltens. Dabei wurde untersucht, ob es verschiedene Stufen der Niedlichkeit gibt und falls ja, wie sich diese auf unser Genussverhalten auswirken. Hierzu wurden verschiedene Experimente durchgeführt, um das Kauf- und Genussverhalten zu untersuchen.

Eine der Studien untersuchte dabei die Auswirkung von skurrilen Produkten, in dem konkreten Fall ein Eiscreme-Portionierer, auf den Konsum. Dabei bekam eine Gruppe von Probanden einen neutralen Portionierer und eine andere Gruppe einen verspielten Portionierer. Daraufhin wurden die Probanden aufgefordert sich so viel Eiscreme zu servieren, wie sie wollten.

Die Teilnehmer, die den verspielten Portionierer bekamen, servierten sich und aßen mehr Eis, als die, die den neutralen Portionierer nutzten.

Somit konnte bereits der Beweis für die Wirksamkeit von niedlichen Produkten auf unseren Genuss erbracht werden. Das Interessante hierbei ist allerdings die Tatsache, dass sich dieser Effekt auch auf, im Kern nützliche, Produkte erstreckt, die je nach Ausgestaltung ein unterschiedliches Konsumverhalten auslösen können.

Aber was bedeutet das jetzt für uns als Konsumenten bzw. Werbetreibende.

Zum Einen gebe ich uns Allen den Tipp beim nächsten Mal, wenn es einmal mehr um den Genuss geht (unabhängig vom Essen), kurz inne zu halten und zu überlegen, ob wir hier einen Priming-Effekt zum Opfer gefallen sind oder die zweite Portion Eis kam, weil wir das Mittagessen haben ausfallen lassen.

Aus Sicht des Marketings sollte dieser Effekt ebenfalls berücksichtig werden. Wenn ihr also Produkte vermarkten wollt, die etwas mit Genuss, Belohnung oder Wohltaten (Stichwort NGOs) zu tun haben, sollte das „Kindchenschema“ auf jeden Fall berücksichtigt werden. Dabei könnt ihr sowohl auf Baby-Bilder in der Kommunikation als auch auf niedliche oder skurrile Produktdesigns zurückgreifen. Es kann sogar der Gebrauch solcher niedlichen Gegenstände ausreichen, um euren Umsatz (z.B. im Fall einer Eisdiele) zu steigern.

Für die Eltern unter euch heißt das aber wohl eher: Eis nur noch im nüchternen Schälchen und mit dem ganz banalen Portionierer servieren.

 


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