Verfasst von: Alexander Grosch | November 5, 2014

Gastbeitrag (1): Welches Konzept der Ladeneinrichtung ist das richtige?


Wie angekündigt startet hiermit die Serie von Gastbeiträgen zum Thema Ladeneinrichtungen und Konzepte. Viel Spaß.

Neuromarketing setzt sich zusammen aus der Definition von neurowissenschaftlichen Erkenntnissen und dem traditionellen Marketing. Werbereize sorgen dafür, dass Hintergrundmusik, Werbung und auch Platzierung der Produkte, gezielte Tricks sind, die im Supermarkt dafür sorgen, dass der Kunde häufiger kauft als er geplant hat. Dabei spielen auch Methoden der Neurowissenschaft, wie die Messung von Hirnströmen durch EEGs oder einem Hirnscanner eine Rolle. Neuromarketing ist das Ziel zu verstehen und zu sehen, welche Hirnbereiche beim Sehen einer bestimmten Werbung angeregt werden. Entscheidungsprozesse laufen unbewusst ab, sie werden durch Emotionen und Erinnerungen gesteuert. Werden die richtigen Emotionen provoziert, so ist der Kunde eher gewillt, einen Kauf zu machen. Man könnte Neuromarketing mit den Worten von Henry Ford umschreiben: Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist herausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht welche Hälfte.

Neuromarketing und der Umsatz steigt

Betritt ein Kunde Geschäftsräumlichkeiten, dabei ist es egal, ob es ein privater Kunde oder eine Geschäftskunde ist, nimmt er bewusst oder unbewusst das Design und die Ausstattung der Ladeneinrichtung auf, damit projiziert sich bildhaft das Unternehmen in seinem Kopf. In einer erfolgreichen Ladeneinrichtung soll sich der Kunde in den Räumen wohl fühlen und er soll sich ganz einfach zu Recht finden. Erfüllt man diese beiden Punkte, so hat man das Konzept und die Grundlage für eine erfolgreiche Ladeneinrichtung. Im Bereich von Neuromarketing wurden in den letzten Jahren wissenschaftliche Kenntnisse festgestellt, welche man nun umsetzen kann. Das sogenannte Store Branding wird genutzt, um damit mit einer jeweiligen Zielgruppe zu kommunizieren.

Das Image verbessern

Die sogenannten Neuro-Tricks zahlen sich unbedingt aus. Wissenschaftler schätzen, dass nur mit einer modernen Ladeneinrichtung, die sich an der Konsumforschung orientiert, der Umsatz um bis zu zehn Prozent angehoben werden kann. Der Sporthandel hat noch ein erheblich höheres Potenzial gegenüber einem Supermarkt. Bei Sportprodukten unterliegen Kunden starken Emotionen. Hier steht eine Kaufentscheidung vor dem Eintreten in den Laden noch nicht fest. Die richtige Ladeneinrichtung mit Bildern bekannter Athleten und gezielt sportlichen Dekorationen wird er Umsatz gesteigert. Nicht nur der kleine Sporthändler, auch die großen Sportartikelhersteller heben ihr Image mit der optimalen Ladengestaltung. Die sogenannten „Concept Stores“ werden als Aushängeschilder eingerichtet. Die Unternehmen gehen mit ihren Produkten gezielt auf den Kunden zu. Es zählt nicht nur eine globale Marke auszustellen, ein globales Design muss kreiert werden.

Wenn Firmen die unbewusste Entscheidung beeinflussen

Wenn man sich die Mega-Filiale eines bekannten Sportgeschäftes ansieht, dann versteht man, was es heißt, nicht nur eine globale Marke zu präsentieren, sondern ein „Concept Stores“ zu entwickeln, der die Kunden entsprechend anspricht. Das Outdoor-Repertoire, das angeboten wird, geht von einer Kältekammer bis zu einer Kletterwand und einem Regensimulator. Das Erfolgskonzept ist aufgegangen, mittlerweile gibt es vier Stockwerke die den Kunden anlocken. Die Waren sind ansprechend platziert, nicht einfach im Karton hingestellt. Gerade in dem sportlichen Sektor kann Neuromarketing angewandt werden und so lässt sich mit dem Konzept einer Ladeneinrichtung das Kaufverhalten aktiv beeinflussen. Die richtige Ladeneinrichtung für Ihre Zielgruppe zu identifizieren, kann dabei sich dabei als schwieriges Unterfangen erweisen. Die Möglichkeiten in diesem Bereich sind riesig und das Wissen der Ladenbesitzer über Neuromarketing oftmals nur eingeschränkt vorhanden. Hierbei kann es überaus wichtig sein, sich Anregungen zu holen und sich professionell beraten zu lassen.

Was vielleicht wie Zufall aussieht, ist oftmals gewollt. Tests in Baumärkten haben bspw. ergeben, dass 49% mehr Kunden das Personal für kompetent halten, wenn es im Markt nach frisch gemähtem Gras riecht. Die Positionierung der Obst- und Gemüseabteilung am Eingang des Supermarktes hat zur Folge, dass Kunde beim folgenden Einkauf eher auf frische, farbenfrohe und gesunde Waren zurückgreift. Aber auch die Zonengestaltung hat Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden. So sollte die Tiefkühlzone mit warmen Farben und Bildern von frischem Gemüse ausgestattet sein, um den Kauf dieser Produkte anzuregen.

Viele Supermärkte haben am Eingang die Backwaren deponiert, weil der Duft von frischem Brot hungrig macht. Der anschließende Verkauf steigt deutlich an. Der Duft von Kaffee der aus den Kaffeehausketten strömt, macht Lust auf mehr. Aber auch französische Akkordeonmusik oder deutsche Blasmusik ließ den Umsatz an einem Tag von französischem Wein ansteigen, andern Tags den vom deutschen Produkt.


Responses

  1. Guten Abend Herr Grosch Ich habe eine Bitte bzw. Anregung zur neuen Serie.Ich habe eine Käserei und mich würde brennen interessieren was Sie zum Produkt Käse und Jogurt sagen. Ist es möglich dieses Produkt zu analysieren? Vielen Dank im Voraus Mit freundlichen Grüßen aus Südtirol (Italien)Achim Patscheider

    Date: Wed, 5 Nov 2014 14:37:39 +0000 To: patscheiderachim@hotmail.com

    • Guten Tag Herr Patscheider,

      vielen Dank zunächst einmal für die Anregung. Jetzt ist dies natürlich noch relativ allgemein und daher wäre meine Frage, ob Sie hier bestimmte Aspekte interessieren oder ob es ein bestimmtes Produkt (Marke) gibt, die für Sie von besonderem Interesse sind?

      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

      Mit besten Grüßen

      Alexander Grosch

      • Guten Tag

        Ja mich würde interessieren wie wir als Kunden den Käse aus der Tecke aussuchen. z.B: welche Farben sprechen uns an welche nicht, welche Formen und Design sind für uns anlockend. Welche Aspekte sind wichtig um einen Käse aus der Menge hervorzuheben?

        Vielen Dank
        Schöne Grüße aus Südtirol
        Achim Patscheider


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