Mittlerweile hat E-Bay in Deutschland so viele Nutzer, dass ihr vermutlich Alle auf    E-Bay schon mal Dinge ge- oder verkauft habt. Vielleicht habt ihr schon die Erfahrungen gemacht, dass ihr weniger Geld bekommen habt, als ihr eigentlich erwartet habt?

Falls es euch schon mal so ergangen sein sollte, braucht ihr euch nicht wundern. Denn eine neue Studie der Yale University konnte interessante Erkenntnisse über unsere Fähigkeit die Zahlungsbereitschaft anderer einzuschätzen. Denn wir überschätzen häufig, was andere für Dinge bezahlen. Dabei ist es egal ob es sich um DVDs, Spielzeuge, Konzertkarten oder Schokolade handelt.

Sehr interessant an dieser Studie ist die Tatsache, dass wir oft davon ausgehen, dass andere Menschen mehr Geld ausgeben, als wir selbst ausgeben würden. Der Auto der Studie meint, dass dies unter Anderem damit zusammenhängt, dass wir sehen wie andere Menschen zum Beispiel 4 € für einen Kaffee bei Starbucks ausgeben.

In der vorliegenden Studie wurden unterschiedliche Experimente durchgeführt. Diese sollten herauszufinden wie gut Menschen abschneiden, wenn sie einschätzen sollen wieviel Andere für Produkte ausgeben würden.

Dies ist zwar keine Fähigkeit, die für durchschnittliche Menschen entscheidend ist (mal abgesehen von E-Bay), aber für Gründer oder Unternehmer eine absolute Vorraussetzung.

In einem Experiment wurden 57 Studenten gefragt, was sie für unterschiedliche Produkte ausgeben würden. Darunter war ein Teddybär, eine CD und Süßigkeiten. Daraufhin sollten die Studenten schätzen, was ihre Kommilitonen im Schnitt zahlen könnten.

Die Differenz zwischen dem was die Studenten ausgeben wollten und dem, wie sie ihre Kommilitonen einschätzten war erstaunlich. Im Falle der Süßigkeiten gaben die Studenten an, sie würden 4 € ausgeben. Im Gegensatz dazu schätzten sie, dass ihre Kommilitonen 7,30 € ausgeben würden.

In einem weiteren Experiment wurden aus den Studenten Paare gebildet. Dabei sollten sie auf verschiedene Produkte bieten und ebenso die Gebote ihrer Partner einschätzen. Von 21 Studenten sagten 17 aus, dass ihre Partner mehr bieten würden, als sie selbst geboten hatten.

Wie gehen wir aber jetzt vor, wenn wir bei E-Bay wieder etwas verkaufen wollen oder wenn ein junges Start-Up Preise für Produkte oder Dienstleistungen festlegen möchte? Wenn man der Studie glaubt, ist der Rat einfach. Geht in euch, lasst eure Intuition arbeiten und dann teilt diesen Preis durch 1,4.

Mit diesem Artikel möchte ich auf ein Problem eingehen, über das wie ich glaube, gerade in den letzten Wochen (und dem Shoppingwahn in der Weihnachtszeit) sehr gemeckert wurde.

Überfüllte Einkaufszentren, das ständige „Anecken“ an fremde Menschen, Berührungen und nerviger Körperkontakt. Die Händler haben dies bisher immer sehr positiv gesehen, da sie diese Menschenmengen mit viel Umsatz verbunden haben. Aber wie wirkt sich dieser zufällige persönliche Kontakt mit fremden Menschen tatsächlich auf das Kundenverhalten und die Kundenzufriedenheit aus?

Forscher an der University of Technology in Queensland haben eine Reihe von Experimenten zu diesem Thema durchgeführt. Um herauszufinden, wie sich die Berührungen von Fremden auf die Einkaufszeit und die Kundenbewertungen auswirken wurden einige attraktive Menschen (zwischen 30-40 Jahre alt) dazu instruiert entweder kurz gegen Konsumenten zu stoßen oder nur neben ihnen zu stehen. Sobald diese Konsumenten die Einkaufszentren verließen wurde die Zeit gestoppt und sie wurden darum gebeten ihre Eindrücke über die Läden und die betrachteten Produkte/Marken zu teilen.

Dabei zeigte sich, dass die Konsumenten, die berührt wurden, weniger Zeit in den Läden verbrachten als die Konsumenten, die in Ruhe gelassen wurden. Außerdem waren ihre Marken- und Produktbewertungen negativer und ihre Zahlungsbereitschaft geringer als bei den Konsumenten, die nicht angestoßen wurden. Dieser Effekt war besonders stark ausgeprägt und schädlich, wenn dieser Körperkontakt von einem Mann ausging.

Wenn wir also während dem Shoppen aus Versehen von fremden Menschen berührt werden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir schnell aus dem Laden fliehen in dem wir uns befinden und die Produkte, die wir betrachten nicht mehr mögen. Händler sollten daher äußerst genau auf die richtige Anzahl an Kunden achten, die sich in ihren Läden aufhalten. Denn zu viele Kunden kann sich ebenso schädlich auf das Geschäft auswirken wie zu Wenige. Jede Berührung eines Fremden in ihrem Laden, sorgt dafür, dass Umsatz verloren geht.

Vielleicht sollten Händler beginnen wie in Parkhäusern die „Anzahl freier Plätze“ anzuzeigen, umso eine Überfüllung der Läden zu vermeiden?

Wie waren eure Erfahrungen bei den Weihnachtseinkäufen? Hättet ihr auch lieber in Ruhe und ohne große menschliche Berührung geshoppt? Gebt einfach eure Eindrücke als Kommentar hier zu diesem Artikel. Ich bin gespannt…

Verfasst von: Alexander Grosch | Dezember 23, 2011

Frohe Weihnachten

Auf diesem Wege möchte ich mich jetzt noch ganz schnell in die hoffentlich weiße Weihnacht verabschieden und wünsche euch Allen schöne, entspannte und einigermaßen ruhige Feiertage und ich hoffe, dass ihr mir auch im nächsten Jahr treu bleiben werdet und meine Beiträge fleißig kommentiert, bewertet und kritisiert.

Mit meinem nächsten Beitrag werdet ihr wieder Ende Januar konfrontiert. Bis dahin heißt es ausharren, schlemmen und Geschenke auspacken. Und denkt daran…

Schenken Sie dieses Jahr weniger:-)

(Quelle: Blus dessous)

Bis dahin schöne Tage und viel Spaß mit euren/eurer Liebsten,

Euer Alex!

Verfasst von: Alexander Grosch | Dezember 6, 2011

Optische Täuschung oder der Einfluss von Tellern auf unser Essverhalten

Aufgrund der Tatsache, dass die Bevölkerung der modernen Industriegesellschaften immer stärker unter Übergewicht leiden, sind Diäten in den letzten Jahren immer mehr zur Modeerscheinung geworden und der tägliche Kaffeeklatsch beschäftigt sich immer häufiger mit der neuesten Trend-Diät.

Doch wenn man wirklich Gewicht verlieren möchte, sollte man die „modernen“ Trend-Diäten einfach vergessen. Die Lösung um abzunehmen ist überall zu finden und benötigt keine Abendlektüre über die täglichen Fettsünden oder Ähnliches.

Denn neue Studien legen nahe, dass die Größe und Farbe der Teller mit darüber entscheidet wieviel wir am Ende essen.

Dazu wurden 200 Probanden, im Alter von 18 bis 39 Jahren mit unterschiedlichen Tellergrößen, befüllt mit Essen,versorgt. Diejenigen, die größere Teller bekamen füllten Ihre Teller mit deutlich mehr essen. Dabei zeigte sich noch ein weiterer Effekt. Die Probanden, die an Tischen aßen an denen der Kontrast zwischen Teller- und Tischdeckenfarbe größer war, aßen mehr (obwohl sie die gleiche Portion bekamen) als diejenigen bei denen der Kontrast geringer war.

Dieser Effekt geht auf die sogenannte Delboeuf-Illusion zurück, die sich mit optischen Täuschungen beschäftigte. Dabei wird ein Kreis einmal als Innenkreis eines aus zwei Kreisen bestehenden Rings gezeigt. Das andere Mal wird derselbe Kreis als Außenkreis gezeigt. Im ersten Fall erscheint derselbe Kreis kleiner als im zweiten Fall.

Das bedeutet in diesem konkreten Fall, dass der größere Kontrast zwischen Tischdecke und Teller die Illusion von einem äußeren Kreis stärkt. Diese Illusion erweckt den Anschein, dass die Teller leerer sind, was zu größerer Nahrungsaufnahme führt. Daher können sowohl die Tellergröße an sich als auch der farbliche Kontrast zwischen Teller und Tischdecke (der die Teller unterschiedlich groß erscheinen lassen kann) großen Einfluss auf unser Essverhalten haben.

Die Probanden, die aufgrund des geringeren Kontrast weniger aßen, schienen genauso zufrieden zu sein, wie die Forscher bemerkten.

Dies ist eine einfache Methode, um seinen Hunger zu befriedigen in dem man unbewusst weniger isst. Es scheint einfacher zu sein unsere Umgebung zu ändern, als unsere geistige Einstellung.

Der nächste Abnehmversuch sollte also damit starten sich neue Teller zu kaufen oder die Farbe der Tischdecke zu wechseln. Und für all die Restaurants, die „All you can eat“ Buffets anbieten ist diese Erkenntnis auch eine Überlegung wert: Bieten sie nur große Teller an und halten sie den Kontrast zwischen Teller und Tischdeckenfarbe so gering wie möglich.

Verfasst von: Alexander Grosch | November 6, 2011

Der Nocebo-Effekt oder wie Unzufriedenheit anstecken kann

Die meisten Unternehmen würden es nicht in Frage stellen, dass es eine gute Idee ist Probleme schnell zu lösen, um die Aushöhlung ihres Images zu vermeiden. Viele Unternehmen leisten allerdings keine gute Arbeit in dieser Hinsicht. Doch selbst wenn es zu spät ist das tatsächliche Problem zu lösen, kann eine Entschuldigung die Kunden besänftigen und sogar dazu führen, dass die öffentlichen Beschwerden eingedämmt werden.

Martin Lindstrom führte hierzu eine interessante Studie in einem Restaurant durch, die er auch in seinem Buch „Brandwashed“ näher
erläutert. Dazu wurden vier Schauspieler angeheuert, die zusammen an einem Tisch mitten im Restaurant saßen und so tun sollten als seien sie Freunde und würden gerade die Geselligkeit eines guten Essens genießen. Alle bestellten die Suppe (da es die einzige Vorspeise im Restaurant war).

Nachdem die ersten Löffel gegessen wurden, rief einer der Schauspieler den Ober  und begann sofort sich in einer drei-Minuten-Rede über die siedend heiße Suppe zu beschweren. Nachdem die Suppe auch an anderen Tischen serviert wurde, begannen auch dort die Beschwerden. Es zeigte sich am Ende des Abends, dass sich 26 % der Gäste über dasselbe beschwerten. Jede der Suppen kam aus demselben Topf. Entweder
hatten also alle, die sich beschwerten eine extrem sensible Zunge oder sie wurden durch den Schauspieler und dessen „Initial“-Beschwerde beeinflusst.

Eine mögliche Erklärung für dieses Ergebnis, kann der sogenannte „Nocebo“-Effekt sein. Dieser Effekt ist bekannt aus der Medizin. Dabei geht es darum, dass Patienten, denen Placebos verabreicht werden auch die entsprechenden Nebenwirkungen erfahren, die das Medikament anscheinend haben soll. Wenn den Menschen erzählt wird, ein Medikament löse Übelkeit aus, dann wird sich diese Übelkeit (auch bei Placebos)  bei einigen einstellen.

Dieser Effekt gilt auch für Marken und Produkte. Wenn wir Menschen einen Grund bekommen, Probleme mit einem Produkt oder einer Dienstleistung zu erwarten (z.B. aufgrund von Beschwerden), dann ist es sehr wahrscheinlich, dass wir dieses Problem auch erfahren und davon
berichten – selbst wenn es tatsächlich gar nicht existiert.

In dem oben angeführten Experiment beschwerten sich mehr als einer von vier Gästen über die Temperatur der Suppe. Dieser massive Ausbruch der Unzufriedenheit wurde durch die laute Beschwerde eines einzigen Gastes an nur einem Tisch ausgelöst.

Was können wir hieraus allerdings an Erkenntnissen mitnehmen…? Um die Beschwerden und die Unzufriedenheit nicht zu einem viralen Feuerball werden zu lassen, müssen die Probleme schnell behoben werden. Die Schritte sind also ganz einfach:

  • Lösen Sie das Problem
  • Entschuldigen Sie sich

Denn alles, was sie tun können, um die Beschwerden schnell zu dämpfen verhindert, dass sich die ansteckende Unzufriedenheit weiter
ausbreitet.

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